Professionell amateurhafte Gesellschaftskritik seit 2014

HOME - ABOUT - ARCHIV - IMPRESSUM

[SCHULBEZIEHUNGEN] Die hypersexuelle Schwarmintelligenz

// 2 Kommentare


Ach, lassen Sie das doch. Denken Sie BLOS nicht darüber nach. So lange Sie nämlich nicht selbst in die Verlegenheit kommen, „ELTERN“ zu werden, bleibt es Ihnen auch erspart, sich mit peinlichen Teenagerbeziehungen auseinanderzusetzen. Vorausgesetzt, Sie sind noch KEIN Elternteil, haben Sie also im schlimmsten Fall mit der Erinnerung an Ihre eigene Schulzeit und die damit verbundenen, antiken Teenagerbeziehungen zu kämpfen.

DER war aber jetzt von den ZEUGEN des JEHOVA, liege ich da richtig? Muss das hier sein?

Mir war schon immer unterschwellig bewusst, dass mein glatter Wasserkumpel die GRÜNEN wählt, hier liegt er jedoch komplett daneben. Erniedrigende Teenagerbeziehungen SIND illegal. Der Gesetzgeber hat das bisher nur noch nicht richtig verinnerlicht. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand.

Das gilt übrigens auch für unsere gleichgeschlechtlich orientierten Teenager. Eine „Beziehung“ in der gleichen Stufe oder gar – GOTT BEWAHRE – der gleichen SCHULKLASSE einzugehen bringt einem eigentlich den unüberwindbaren Nachteil, von dem 90% aller Verheirateten ein finsteres Lied singen können: Dass man nämlich annähernd 24 Stunden am Tag aufeinandersitzt.

Daraus ergeben sich dann die typischen Szenarien, die man bei erniedrigenden Teenagerbeziehungen ohne große Mühen beobachten kann. Sie stehen im Flur rum, schweigen sich an und tauschen schüchterne Blicke aus. Ein hoffnungsloser Romantiker mag darin jetzt irgendeinen leidenschaftlichen Blödsinn erkennen, den er aus einer drittklassigen Hollywoodproduktion ins eigene Gefühls-Repertoire übernommen hat. Die WAHRHEIT sieht allerdings ganz anders aus. Sie haben sich REIN GARNICHTS zu sagen. ER interessiert sich für die BUNDESLIGA, AUTOS, ACITONFILME, den PLAYBOY sowie testosterongetriebene Mutproben, um seinen Alpha-Status hervorzuheben. SIE hingegen interessiert sich für BOYBANDS, FASHION, ROMANTISCHE KOMÖDIEN und super-ärgerliche Gitarrenvollpfosten, die dem Abwasserkanal einer deutschen Talentshow entkommen konnte, ohne dabei zu ertrinken.


Nicht ganz. Da gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder WISSEN die Beteiligten über die genannten Umstände Bescheid und unternehmen nur KOMPATIBLE Aktivitäten gemeinsam (Nahrung, Sex, der gemeinsame Pflichtbesuch bei diversen Verwandten), ODER sie sind herangereifte Individuen, die man nicht durch einen stereotypen, genderisierten Bockmist voneinander unterscheiden kann.

Der größte Stolperstein für das „junge Glück“ vor dem 20. Lebensjahr ist in den meisten Fällen das

Da ein handelsüblicher Teenager eine andere Zusammensetzung hat als ein durchschnittlicher Erwachsener, kann es vorkommen, dass eben dieses Organ hin und wieder auf der Strecke bleibt:


Das führt nun also dazu, dass das Gehirn des Teenagers nur auf eine sehr übersichtliche Anzahl an Reizen reagiert. Anders, als es uns diverse Jugendzeitschriften weiß machen wollen, stehen Teenager nicht auf „Natürlichkeit, Ehrlichkeit, Treue und Höflichkeit“. Es stellt sich eher SO zusammen:


Dass durch diese Sortierung nur eine unzureichende Basis einer Beziehung entstehen kann, spielt zunächst keine Rolle. Da die durchschnittliche Teenager-Beziehung aber lediglich 48 Stunden bis 14 Tage dauert, stellt das kein langfristiges Problem dar. Man darf nun aber nicht den Denkfehler machen, dass es die „Aufheber“ besser treffen würde. NEIN, NEIN. „Kein Sex vor der Ehe“, „auf DIE/DEN Richtige/n warten“ und „Gott viel lieber haben als coole Teenager“ schützt einen nicht davor, ein übler Idiot zu werden.

Denn leider MUSS man erniedrigende Teenager-Beziehungen führen, um die ÜBUNG zu bekommen. In 112% aller Fälle haben vertrauenswürdige Erhebungen UNABHÄNGIGER Institute ergeben, dass 955% aller Beziehungen davon profitieren, in früheren, qualitativ minderwertigen Teenager-Beziehungen so gut wie ALLES falsch gemacht zu haben. Noch nie steckte also mehr Wahrheit in den Worten



Und auch dann, wenn man natürlich FÜR IMMER UND EWIG mit dem Traumprinzen oder der Traumprinzessin zusammenbleiben wird, den/die man mit SECHZEHN kennengelernt hat: Das Foto des jugendlichen Traumpartners beschmiert man früher oder später GARANTIERT mit

!!! TAUBENKOT !!! (Und der ist meistens wirklich unvergänglich)

[DER DORFPAPA] Am Sonntag ruft die Regenrinne!

// 2 Kommentare


Ein gewisses Grundniveau an Bäuerlichkeit darf abseits der Ballungsgebiete natürlich in keiner zünftigen Kleinstadt oder keinem urigen Dorf fehlen. Oft passiert es jedoch, dass einzelne (und manchmal auf hunderte Individuen) dieses Niveau meilenweit überschreiten, und zu HELDEN DER DÖRFLICHKEIT mutieren.

Ach echt? Welche klassischen Werte wurden DIR denn in SEA WORLD so beigebracht? Aber im Ernst: Da sollte man entschieden dagegenhalten und den Patriarch von Lande mal genauer unter die Lupe nehmen, bevor es wieder für zwei bis drei Dorfkinder zu spät ist. Das wichtigste Element des leicht bis stark übergewichtigen und viel zu grobschlächtigen Dorfvaters ist natürlich die offensichtlich genetisch bedingte

Die Familie, also der Patriarch selbst, seine frustrierte aber funktionierende Ehegattin inklusive der Teenager-Tochter und dem blutjungen Sohn treten die Heimfahrt vom Gemischtwarenladen an. Währenddessen äußern die Familienmitglieder, zunächst vom Vater unkommentiert, ihre Pläne für das kommende Wochenende und ergötzen sich am Adrenalin der kreativen Freizeitplanung. Doch DA HABEN SIE ihre Rechnung noch NICHT mit dem Dorfboss gemacht. Man muss sich seinen Kommentar in belehrendem und pseudo-überlegenem Ton vorstellen:

„Hah, für Sonntag werden keine Pläne gemacht. Da wartet die Dachrinne, die macht sich nämlich nicht von alleine sauber.“

Zunächst entwickeln die drei anderen Beteiligten noch kleine Hoffnungsschimmer für Freitag und Samstag, bzw. für den Sonntagabend NACH der Dachrinnen-Reinigungsaktion. Doch auch dieser Keim der Hoffnung wird JÄH vernichtet:

„Am Sonntagabend muss man nicht rausgehen, da ruht man sich aus, am Montag ist nämlich wieder Schule.“

Der zaghafte Ansatz der Tochter, sich danach zu erkundigen, ob es denn eine Ausgeherlaubnis für den Freitagabend geben würde, erweist sich kurz darauf als unnötig, da der Patriarch auch zu gelegentlichem Gedankenlesen befähigt ist:

„Du, Freitagabend ist nichts mit Party. Mit solchen Noten muss man nicht feiern gehen.“

Das bedeutet also, dass das letzte Aufbäumen eines möglichen Wochenendes auf den Samstag fallen muss. Doch DA hat die arbeitsscheue Bande ihre Rechnung nicht mit der MUTTER des Patriarchen gemacht:

„Samstag wird sich nichts vorgenommen. Da kommt Oma Agathe, da gibt es Kaffee.“

Wichtig ist es, noch zu erwähnen, dass den Kindern und der Frau sämtliche Süßigkeiten, Girlie-Zeitschriften und eine Flasche alkoholfreier Prosecco im Lebensmittelgeschäft untersagt wurden. „Man müsse ja nicht für jeden Quatsch Geld ausgeben, das man hart verdient“, solche Weisheiten gibt der Patriarch meist genau in dem Moment von sich, während er gerade fünf bis sieben Kästen Bier in den Kofferraum lädt. Denn ER SELBST ist von der untersagten Lebensfreude ausgenommen, da er ja der BOSS ist. Ein weiteres, wichtiges Merkmal des Dorfspezialisten ist sein wachendes Auge, denn er ist schließlich auch der

Bei keiner Gelegenheit vergisst der männlichste aller Familienväter, die anderen Mitglieder seiner Kompanie daran zu erinnern, welchen Verpflichtungen sie nachgehen müssen. Besonders beliebt sind hierbei Ratschläge, die zu strategisch günstigen Zeitpunkten gegeben werden, zum Beispiel wenn die Kinder gerade aus der Schule kommen:

„So, die Handys bleiben jetzt im Wohnzimmer, jetzt werden erstmal Hausaufgaben gemacht.“

Gleiches gilt für die geschundene Ehefrau, die nach 17 Jahren Ehe immer noch keinen Weg gefunden hat, den Fettsack so zu vergiften, dass der Verdacht nicht auf sie fällt. Sie erhält meist dann einen wohlwollenden Hinweis, wenn sie gerade mit dem Haushalt fertig ist, und sich für fünf Minuten hinsetzen will, da sie den ganzen Mist alleine machen muss:

„Du, der Rasen müsste mal wieder gemäht werden. Sind die Hemden schon gestärkt? Also meine Mutter hat das immer recht gut unter einen Hut bekommen. Aber das muss ja jeder selbst wissen, wie wichtig ihm die Familie ist.“


Wenn die Kinder schließlich mit den Hausaufgaben fertig sind, wollen sie sich gestresst und mürrisch ihre Telefone vom Chefboss zurückholen. Dieser allerdings weiß genau Bescheid, wie man vernünftige Menschen großzieht:

„Mooooment Mal Freunde, so weit sind wir noch nicht. Jetzt geht ihr alles nochmal durch, was ihr in den letzten zwei Wochen durchgenommen habt. Um Sechs könnt ihr dann rauskommen, da saugen wir DEN WAGEN.“

Dass der Wagen völlig klinisch rein ist, spielt dabei absolut keine Rolle. Es geht um Disziplin. Interessant ist auch die Tatsache, dass der Bildungsaufpasser die Hauptschule einst mit einem Durchschnitt von 3,8 verlassen hatte. Danach machte er „eine anständige Lehre“ als Wurstbrotbesorger im Betrieb seines Onkels. Dort lernte er, dass „Arbeiten“ und „Bier“ auch manchmal das Gleiche sein kann. Des Weiteren brachte man ihm dort bei, dass die Frau im Leben eines Mannes lediglich eine Gehilfin und Gespielin darstellt. Außerdem besticht der Dorfpatriarch durch seine weltmännische Bildung und seinen offenen Charakter, der stets nach Verbrüderung und Frieden strebt:

Politisch steht der Dorfpatriarch der UNION nahe, WARUM GENAU weiß er allerdings selbst nicht. Er hat einst von seinem eigenen Vater gelernt, dass „die Politiker lügen“, aber dass „die von der CDU für den ehrlichen Deutschen was machen“. Daher kann der mitteilungsbedürftige Familienchef natürlich nicht IMMER seine qualifizierte Meinung zurückhalten:

„Also wenn solchen warmen Brüder mal Lehrer an der Schule MEINER Kinder werden, dann müssen wir was machen.“

„Also ich kann euch sagen, warum die Neger nicht so viel Geld haben. Wir sind halt einfach viel fleißiger.“

„Die Grünen? Also ICH würd keine zehn Euro für Benzin zahlen wollen.“

Dass der kluge Mann auch günstiges Benzin für seinen „Stadt-Geländewagen“ will, ist natürlich völlig nachvollziehbar. Denn wenn er für einen vollen Tank durch die besseren Politiker insgesamt VIER EURO gespart hat, kann er diese in eine kleine Belohnung für sich selbst eintauschen. Zum Beispiel eine VIER EURO teure Bierdose, die er ebenfalls an der Tankstelle ersteht. Und NEIN, das ist ÜBERHAUPT NICHT unlogisch, denn brave Bürger MÜSSEN billig TANKEN DÜRFEN. Das steht in den RECHTEN FÜR MENSCHEN, das hat er im INTERNET nachgelesen. Generell kann man am Querschnitt seiner Suchbegriffe in Google schon ziemlich genau ablesen, dass er nicht nur vielseitig interessiert ist, sondern auch gern rundum bestens informiert bleibt. Das MUSS er ja als treusorgender Familienvater auch sein, oder? Verschaffen wir uns mal einen Überblick über diese Suchbegriffe:


Offensichtlich ist der Wissensdurst dieses Mannes kaum zu bändigen. Und er wendet das neugefunden Wissen natürlich auch wieder direkt auf den restlichen Familienbestand an:




Aber nicht nur für diese Ratschläge wird der liebende Vater und Dorfgott oft geschätzt. Er weist auch gern den Nachbar darauf hin, dass ein „zu hoher Rasen wirklich keinen guten Eindruck macht, nur mal so nebenbei“. Außerdem sitzt er Sonntags während der Messe IMMER neben seiner Mutter, da sie seine Anleitung, sein ewig führender Ruhepol der Vernunft ist.

Und weil er seine Weisheit natürlich auch dafür einsetzt, seinen Liebsten etwas „Gutes“ zu tun, erfreuen sich seine Diktate für sämtliche, feierliche Anlässe meist höchster Wertschätzung. Die Tochter, ihres Zeichens Vegetarierin, will ein Bauwagenfest auf dem Acker, mit all ihren Freunden und angenehmer, musikalischer Unterhaltung per Ghettoblaster. Da der Dorfprolet aber VIEL, VIEL BESSER darüber Bescheid weiß, was GUT und RICHTIG für sein Töchterchen ist, wird die Party mit den Freunden gestrichen. Denn Geburtstage sind Tage der Familie. Also geht man zu viert essen. In „Rüdigers Bratenschenke.“ Dort gibt es neben Schweinemedaillons in Schweinesoße mit Schweinebeilagensalat auch „etwas für unsere kleinen Gäste“ und „Vegeratisches“. Nämlich Pommes. Ohne Ketchup. Im Hintergrund läuft SWR4.

Nennen Sie mich kleinkariert, aber der kluge Mann bräuchte auf seinem Geländefahrzeug mal eine gerüttelte Prise

!!! TAUBENKOT !!! (aber erst, wenn die Hausaufgaben erledigt sind)  

[DER WETTBEWERB] Können Sie sich das denn leisten?

// 4 Kommentare

Ach herrje, sind wir schon wieder am tiefsten Tiefpunkt angelangt, wo es nur drei relevante Lebewesen gibt: Grottenolme, ergraute Eremiten mit Silberbart und Misanthropie sowie panische Mutanten, die dem giftigen Griff des Zeitgeistes anheimgefallen sind. Schlimm, nicht wahr?

Sagst du das auch dann noch, wenn die Japaner dich finden? Ich werde sie nicht aufhalten, die sind nämlich deutlich vermögender als ich, mein glatter Esoterikfreund. Nein, es ist wirklich kräftezehrend, das zu beobachten, was mittlerweile als allumfassende Wahrheit akzeptiert wird, weil es Wirtschaft, Mode und Zeitgeist diktieren:

Und zwar immer. Um jeden Preis. Bitte über Leichen. Und sowieso: IMMER der BESTE sein, sonst hat man „im Leben nichts erreicht“. Die althergebrachte Philosophie der ergebnisorientierten Leistungsgesellschaft besagt ja, dass das Hochgeschwindigkeitsfahrzeug „Bürger“ auch ohne Benzin fahren muss, wenn es die Straße verlangt. Im Klartext heißt das, dass auch der olle Praktikant gefälligst für null komm nullundnullig Eurocent doch bitte die gleiche Leistung erbringen soll, wie ein Schwerstarbeiter. Nur eben ohne Geld. Und ohne Kilokalorien, denn WER NICHT LEISTET, DER SOLL AUCH NICHT ESSEN, oder?

Es spielt mittlerweile keine Rolle mehr, „was man werden will“. Das ist ein veraltetes Konzept von trübsinnigen alternativen Kiffern, die ständig nur gesellschaftsverneinende Prosa und irre Ideen vorbringen wie „Einklang mit der Natur“, „Entschleunigung“ oder „Geld und Ansehen ist nicht alles.“ Selbstverständlich sind das TOTAL VERRÜCKTE, die doch den SCHUSS nicht gehört haben. Denn sowas wie „BURNOUT“, Depressionen oder der kaltblütige Mord an Kollegen, Kommilitonen und Mitschülern sind doch alles nur trotzige Ergebnisse einer zu bequemen Persönlichkeit.

Um die lahmarschige Gesellschaft also mal AUF ZACK zu bringen, sollte man dort anfangen, wo die faulen Säcke schon mit dem Zu-Langsam-Sein anfangen – IN DER SCHULE. Folgende Notenreform wäre hierfür mehr als angemessen und obendrein marktorientiert:

Fällt Ihnen auf, dass es die EINS und die ZWEI nicht mehr gibt? Das ist einfach zu erklären: Die gibt es in Industrie und Dienstleistungssektoren auch nicht. Man KANN maximal „geht so“ sein. Vor allem, wenn man für seine Arbeit auch noch GELD haben möchte.

Die Ellenbogenhaltung der Schule, der Jobs und des generellen Zustandes der Gegenwart schwappt leider auch in andere Kategorien über. So kann man beispielsweise nur noch PC- oder Konsolenspiele spielen, die OFFLINE spielbar sind. Denn sobald man es WAGT,  sich zu „echten Profis“ ins Netz zu gesellen, hagelt es „Kritik“. „EY NOOB, LOWBOB, LEARN 2 PLAY.“ Ja, das Spiel ist keine Freizeitbeschäftigung mehr, es ist ebenso Wettbewerb und Leistungssport geworden wie alles andere auch.


Wer hat den schönsten Körper, das schnellste Auto, den heißesten Partner, den allerbesten Job, die besten Möglichkeiten, das snobbigste Projekt im Prenzlauer Berg? Wer hat sein eigenes Start-Up, wer macht Karriere, wer hat sich Soft Skills angeeignet, wer kennt alles und jeden?

Das ist die Frage der Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Denn in all ihrer Beschränktheit erkennt die brav agierende Drohne nicht, dass es keinen Sieger geben soll. Und ihn nicht geben DARF. Denn wer am ZIEL ist, der konsumiert vielleicht weniger. Der ewige Wettbewerb dient einer Handvoll gerissener Penner, die sich am ewigen Leistenvergleich des bürgerlichen Recken dumm und dümmer verdienen, weil sich diese gegenseitig mit Netz, Dreizack und Franziska (nicht die Franziska, die DU kennst. Eine Waffe der Franken) so sehr aufs Maul hauen, dass sie nicht merken, dass es nur darum geht, an ihr Geld zu kommen.

Sich von diesem Mist frei zu machen, das „im Leben etwas erreichen“ selbst bestimmen, sich nicht davon abhängig machen, wie die anderen im Ameisenbau agieren, kann eine Befreiung sein, die man vielleicht für Fantasie gehalten hat, bevor man es selbst ausprobiert. Also wäre es vielleicht einen Versuch Wert, auf die ständige gegenseitige Bewertung und dem Nacheifern von bescheuertem Leistungswettbewerb zu verzichten. Man kann auch überleben, OHNE 

Zu sein. Es kann so viel erfüllender zu sein, keine 7.500 € mit nach Hause zu nehmen, und stattdessen mehr Augenmerk auf DAS zu legen, was man mag. Dann braucht man plötzlich keine 7.500 € mehr. Und das ist ein Versprechen. Lediglich so leistungsorientiert wie

!!! TAUBENKOT !!! (aus 100% fairem Anbau ohne Praktikanten)

[AUTOBAHN] Umweltfreundliche Elefantenjagd

// 3 Kommentare


Sollte man MEINEN. Denn dummerweise ist sie zu gleichen Teilen auch die bescheuertste Idee, mit der man das Ego des deutschen PKW-Anwenders pushen konnte. Die weltweite Einzigartigkeit, die der Erlebnispark BRD für alle Geschwindigkeitstouristen bietet, ist das durchgestrichene Richtgeschwindigkeitsschild. Sobald es in Erscheinung tritt kann man sich sicher sein, dass der liebe Gott es jetzt richtig gut mit einem meint:


Jetzt kommen garantiert wieder die „Freiheitpriester“ aus ihren Löchern gekrochen und wollen erklären, dass das nicht vorhandene Tempolimit etwas mit der FREIHEIT des BÜRGERS zu tun hat.

Falsch, Thunfischsalat. Es begünstigt die Wartelisten für verschiedene Spenderorgane, falls etwas übrig bleibt, wenn es mal richtig knallt. Das ist der Durchschnittsdeutschen allerdings vollkommen wurscht, da er nur DANN ein „abenteuerliches Lebensgefühl“ genießen kann, wenn er auf öffentlichen Verkehrswegen mindestens 300 Km/h fahren darf. Und MUSS. Die Betonung liegt auf MUSS. Denn der Deutsche hat auf der Autobahn so EINIGES auszugleichen, was im nicht autogebundenen Teil seiner Existenz seine Säfte ins Ungleichgewicht bringt. KLAR, wenn die Ehefrau zu Hause die Hosen anhat, der Chef einen ganz doll böse anbrüllt oder die Tochter diesen SCHMIERLUMPEN nach Hause bringt, dann MUSS man das einfach rauslassen.


Aaaaaalllllrrrighty right, meine Droogies! Wenn das „Rauslassen“ daraus besteht, sich mit hydraulischen Scheren und Spreizern aus einer zur Sardinenbüchse zusammengeschrumpelten Schrottkarre herausschneiden zu lassen ist man eben ein ziemlich fantasievoller Typ. Was sonst kann so viel Spaß machen? Auch kriselnde Beziehungskisten können mit ein bisschen Autobahngewürz locker wieder aufpoliert werden. Denn so eine kleine Querschnittslähmung bringt zahlreiche Paare wieder seelisch näher zueinander.

Törichte Annahmen zu verbreiten wäre jetzt unangebracht, trotzdem beschleicht einen doch der Gedanke, dass der 500 PS User irgendetwas ausgleichen muss. Kindische Phallus-Verlängerungen wird man eben nur mit brachialer Gewalt los, oder nicht? Aber GENAU SO, wie der Schiedsrichter zur Bundesliga gehört, gehören BULLYFAHRER zur Autobahn. Ohne ein zünftiges Elefantenrennen ist so eine Überlandfahrt doch auch so richtig scheiße. Man will ja was HABEN für sein Geld!

Sehr beliebt ist zum Beispiel das Überholen mit 75 Km/h. Okay, manchmal kann das einige Tage in Anspruch nehmen und erfordert große zeitbezogene Opfer. Da kommt die Mutter des Bullyfahrer-Kindes auch mal in Erklärungsnot:



Und wir reden hier NICHT von Aperol-Spritz sondern von SUPER PLUS. Denn ein weiterer Klassiker der Autobahn ist die frustrierte Ehefrau, die zum 40. Geburtstag eine SUV oder einen zünftigen Geländewagen bekommen hat. Zumeist nicht aus Zuneigung, sondern weil der Gatte hofft, sie dann nicht mehr so oft ertragen zu müssen. Oder unter Umständen NIE WIEDER. Eigentlich sollte man dafür eine Waffenscheinpflicht fordern, aber das wäre ja sexistisch. Darum lassen wir das!

Aber um die Sportlichkeit der Autobahn noch weiter zu steigern könnte man tatsächlich eine Art Bundesliga einführen. Das würde auch in der Sportschau für frischen Wind sorgen:

„Am späten Nachmittag trennten sich der 1. ABC München Roadkills und der RC Spenderniere 1913 nach der Begegnung in der A7-Arena 0:2 mit sieben Verkehrstoten. Ilse B. aus Rosenheim wurde nach Geschwindigkeitsunterschreitung mit ihrem Porsche Cayenne in der 68. Minuten mit der roten Karte bestraft und wird im Spiel gegen den Pirelli Darmstadt die Raststätte hüten müssen.“

Außerdem wäre ein Straßenheldenfriedhof für LKW-Führer ziemlich angebracht. So richtig mit militärischen Ehren und zahlreichen überteuerten Kränzen vom ADAC:


Vielleicht wäre auch der Einbau kleiner und großer Schanzen angebracht, oder flinke Toreros, sie sich manchmal mit roten Tüchern vor S-Klassen platzieren, um ein bisschen SCHMACKES in den Verkehrsfluss zu bringen.

Aber wie man es auch dreht und wendet: Das wohl einzige, was den 300 Km/h-Menschen zwar auf ihrem Wagen auf der Autobahn erspart bleibt, nicht aber ihrem Gehirn, ist wie so oft

!!! TAUBENKOT !!! (mit beidseitiger Vollsperrung)