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[HOCHBEGABUNG] Ein Verein für ganz besondere Menschen

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Hochbegabung ist ja ein alter Hut, nach dem so gut wie kein Geheimrat mehr kräht. Viele Hochbegabte sind im Verein „Mensa“ organisiert, der es ihnen ermöglicht, gleichzeitig hochkomplexe Gleichungen aufzulösen während sie mit Cyborg-Affen über das Multiversum sinnieren können. Die wahren Probleme der Gesellschaft werden aber leider weitestgehend übersehen, wie sich in folgendem und erschütterndem Beitrag zeigen wird.

Oft wird man in der gegenwärtigen Zeit mit einem Problem konfrontiert, das unbedingt ein größeres Medienecho benötigt. Jeder kennt sie, aber viele hegen bösartige und vollkommen unverständliche Vorurteile gegenüber diesen besonders schützenswerten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Die Rede ist natürlich von UNTERBEGABTEN. Sie können bereits mit vier Jahren eigene Hetzparolen gegen Minderheiten auswendig lernen und sind oft schon im Kleinkindalter dazu in der Lage, flegelhafte Körpergeräusche auf Erwachsenenniveau zu fabrizieren.



Leider ist es aber bittere Realität, dass diese interessanten und irgendwie ziemlich wertvollen Individuen weder im Kindergarten noch in der Schule ausreichend gefördert werden. Das Problem ist in den meisten handelsüblichen Kultusministerien bereits seit langer Zeit bekannt, trotzdem scheint sich für die Betroffenen wenig zu ändern. Auch die offenen Hilferufe betroffener Eltern werden zumeist knallhart ignoriert:

Nancy, 17: „Mein Jaysen-Tyler konnte schon in Kindergarten derbe austeilen, Alter. Aber Schulle sagt, sie zahlen nicht für Kampfsportausbildung. Die können sisch mal selbst fikken!“

Durch das Wegdiskutieren solcher Fälle gehen zukünftige Talente nicht nur verloren, oftmals verkümmern die Talente auch auf jämmerlichste Art und Weise, wie sich an den Erfahrungsberichten anderer Eltern zeigt:

Torsten, 21 & Cindy, 18: „Unser Lennox-Prince konnte schon mit zwei Jahren den anderen Kindern ihr Spielzeug wegnehmen und es kaputtmachen. Außerdem bewarf er die anderen Kinder mit Sand und Steinen. Weil er aber nie wirklich professionell gefördert wurde, ist er jetzt ein normaler Junge geworden, der keine anderen Kinder mehr attackiert. Ich gebe der Politik die Schuld.“

Wahrheiten wie diese will man lieber nicht hören, sie sind aber dennoch ein fester Bestandteil der bundesdeutschen Realität. Unterbegabung wird auch leider nicht selten mit Argwohn und Neid beäugt. Eltern „normaler“ Kinder stellen sich dann oft die Frage, ob ihre Kinder denn weniger wert seien, weil sie vor dem 5. Lebensjahr noch keine Körperverletzung begangen haben. So einfach ist es aber nicht.



Oft stehen Unterbegabte auch vor der schwierigen Aufgabe, Freunde ihrer Altersgruppe zu finden. Während sich normale Kinder für Lego und Barbie interessieren, Pferdemagazine lesen und Superhelden verehren, draußen spielen und Spaß haben, lässt das unterbegabte Kinder völlig kalt. Weil sie anders sind. Das lässt sich besonders gut an der Aussage eines betroffenen Mädchens feststellen:

Sherina-Felisha, 8: „Isch WILL nischt mit scheiß Spielzeug rummachen, isch will auf Piste gehen mit Chickas die was von Fashion und Boys verstehen und dort dann schaißße baun. Weisch, du Depp? Mit Sekt un dancen un so. Außßadehm will isch Kind von Justin Alder.“

Dass diese Kinder Probleme damit haben, entsprechenden Anschluss in ihrem schulischen und privaten Umfeld zu finden, ist vielen Experten zwar wohlbekannt. Doch Lösungsansätze liegen entweder noch in weiter Ferne oder stecken gerade erst in den Kinderschuhen.

Eine Alternative bietet jedoch der mehr oder minder umstrittene Verein „Kantine“ an, welcher seine Pforten exklusiv nur für Unterbegabte jeden Alters öffnet. Der Vize-Babo des Vereins, Derek-Jaden-Joshua Biertreu, erklärt, warum die Aufnahmekriterien so streng sind.

Derek-Jaden-Joshua, 18, Vize-Babo von „Kantine“: „Weisch Alder, KANTINE isch für Gangster und Bitches die halt anders drauf sind, du Arsch. Weisch, die können dann über so gleiche Themen reden, was die anderen halt net juckt Alder. So Drogen, Schlägerei und halt Gängster sein Alder. Aber isch nicht einfach zum reinkommen, weil wir sin streng. Du musch Test machen und so Beurteilung kriegen, damit klar isch, dass du einer von uns bisch.“

Den durchaus anspruchsvollen Test besteht freilich nicht jeder, was auch bei vielen Bewerbern für Verbitterung sorgte:

Joleen-Madison, 14: „Ich hab gedacht ich gehör zu denen, hab aber im Test falsch angekreuzt. Da war halt so gefragt, mit was man am besten zuschlägt. Ich hab Baseballschläger genommen, war aber falsch. Richtig war Stahlrohr mit Nägeln drin. Aber ich lass mich nicht entmutigen.“

Einige Auszüge aus dem Fragenkatalog, der insgesamt sieben Fragen beinhaltet, durften wir an dieser Stelle auch der Öffentlichkeit preisgeben. Allerdings handelt es sich um veraltete Fragen, die nicht mehr verwendet werden, um keinen Missbrauch zu provozieren.





Aus den Antworten wird mittels eines hochkomplexen Verfahrens der BQ ermittelt, der „Beschränktheitsquotient“. Erst ab einem Wert von -140 gilt man als unterbegabt. Teilnehmer, deren Ergebnis allerdings zwischen -139 und -120 liegt, kriegen ein Gratisbier aus einer Plastikflasche und einen heftigen Schlag in die Magengrube, weil sie es nur FAST geschafft haben. Haha. Oberhalb dieser Grenze, also ab -119, kriegt man absolut gar nichts und wird aggressiv zum Verlassen des Vereinsgeländes aufgefordert.

„Kantine“ wurde 2013 gegründet und versteht sich als Gemeinschaft, die den Austausch zwischen Unterbegabten fördert.  Oft werden sie als sozial entfremdete Eigenbrötler beschimpft, was natürlich populistischer Unfug ist. Dennoch gibt es auch innerhalb des Vereins kritische Stimmen, die die Gefahren beleuchten, die durch die Trennung von Nicht-Mitgliedern entstehen können. So erklärte uns Kevin-Klaus, 15, worin er die hauptsächliche Problematik innerhalb von KANTINE sieht. „Ein ungebildeter Vollarsch ohne Hirn zu sein reicht nicht aus. Oft halten sich die brutalsten und dämlichsten unter uns für was Besseres, das find ich aber falsch.“

Doch auch aus den Reihen der „normalen“ Kinder kommen immer wieder intolerante und übergriffige Kommentare:

Lukas, 16: „Immer, wenn die KANTINE-Mitglieder mich an der Bushaltestelle vermöblen, und mir mein Essensgeld wegnehmen, hab ich das Gefühl, dass die arrogant und eingebildet sind. Vielleicht ist es aber nur ein Vorurteil, weil ich keinen von denen kenne. Die schlagen halt gleich zu, statt zu reden. Darum ist es echt schwer, mit denen Freundschaften zu schließen.“

In der Schule kommen Unterbegabte meistens gut mit, weil sie im Normalfall den Lehrkörper bedrohen und so meist automatisch durchschnittliche Noten erhalten. Oft sind aber manche von Ihnen extrem mit dem schulischen Stoff überfordert, vor allem in der Unterstufe. So können beispielsweise 70% aller Unterbegabten bereits in der vierten Klasse bruchstückhaft lesen. Mit entsprechender Förderung könnten sie es beim Erreichen der Volljährigkeit immer noch nicht.



Aber wer muss für diese Versäumnisse zur Verantwortung gezogen werden? Die Schuld allein beim Kultus zu suchen, wäre voreilig und nicht sinnvoll, da die Probleme meist schon viel früher anfangen. Schwierig wird es auch, wenn sogenannte „Jugendhaft-Eltern“ den zwanghaften Willen haben, ihrem Kind eine Unterbegabung attestieren zu lassen, weil sie selbst lediglich „normal“ sind. Das kann das Kind extrem unter Druck setzen und es in seiner persönlichen Entfaltung behindern. So bekommen manche schon im Mutterbauch brutalen Gangsterrap vorgespielt, viele Mütter trinken auch absichtlich viel Wodka-Energy mit den Jungs im Park, weil amerikanische Studien angeblich belegen, dass es die Chance auf eine Unterbegabung fördern würde.

Der Kinder- und Jugendmediziner Justus von Geldsack hält dagegen: „Es ist nicht zielführend, auf eine Unterbegabung pochen zu wollen. Die Eltern tun sich und ihren Kindern damit auch keinen Gefallen. Oftmals ist ihnen nicht bewusst, dass eine Unterbegabung gleichermaßen Segen und Fluch darstellt. Außerdem hat ein Kind doch kein Handicap, nur weil es NICHT unterbegabt ist. Oft rate ich insbesondere den GANZ eifrigen Eltern zur Gelassenheit. Es muss nicht immer ADHS, ADS, Hochbegabung oder Unterbegabung sein. Manchmal ist das Kind auch nur ein Idiot, ihr Idioten.“

Daher rät der Arzt zur Besonnenheit – man sollte seine Kinder vor allem Kind sein lassen. Auch mehrere Kampfsportarten und hetzerische Indoktrination mit ethisch fragwürdigen Parolen machen aus einem Kind noch keinen Unterbegabten. Es gilt, diese besondere Begabung zu verstehen und sie in den Alltag im Land und in der Welt zu integrieren, statt künstliche Barrieren zu schaffen. Herausstechende Talente zu fördern, damit die Jugendvollzugsanstalten auch gefüllt bleiben, ist notwendig, keine Frage. Aber alles in allem sollte man von jedweder Panik absehen. Man sollte unterbegabte Kinder zunächst langsam an professionelle Körperverletzungsarten und stumpfsinnige Lebensstile gewöhnen. Denn unterhalb der großartigen Begabung steckt etwas schützenswertes, das man nicht wegfördern oder überinterpretieren sollte:

Ein kleines, freches Arschloch.

Das ist auch der Grund, warum der handelsübliche, DEUTSCHE TÄUBER diesen Kindern oft ein Geschenk auf dem Kopf dalässt. Meist in Form des allseits beliebten

!!! TAUBENKOTS !!! (1000%ig hochverdreckend)

P.S.: Der Hochbegabtenverein „Mensa“ hat sich auf mehrfache Anfragen zur Zusammenarbeit mit „KANTINE“ noch nicht geäußert. Insider vermuten allerdings, dass eine Kooperation an „GEISTIGEN DIFFERENZEN“ scheitern könnte.

[MENSCHENMASSEN] Mensch MARIANNE, DU HIER?!

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Ungeachtet dessen, ob es sich um ein herkömmliches Volksfest oder um einen hochspezialisierten und alternativen TÖPFERBASAR handelt, ein grausamer Fakt bleibt immer bestehen, in allen Ländereien und zu allen Zeiten: MENSCHENMASSEN NERVEN. Insbesondere durch die gespaltene Persönlichkeit ihrer einzelnen Glieder. Personen, die es sonst SO DERMASSEN EILIG haben dass ihnen eigentlich ein Strahlentriebwerk aus dem Steißbein wachsen müsste, werden urplötzlich so TRÄGE wie eine POLYNESISCHE SCHILDKRÖTE, deren einziges Ziel darin besteht, durch ruhigen Puls das 1000. Lebensjahr zu erreichen. Irgendein Mechanismus im Stammhirn rotiert plötzlich wie ein tollwütiger Osterhase und sorgt dafür, dass man damit beginnt zu „schlendern“. Da es auch NORMALE MENSCHEN gibt, die EINFACH SO mal „schlendern“, verwenden wir hier nun einfach einen NEUEN Begriff, der diese Urgewalt an Stumpfsinn besser umschreibt und sie professioneller von normaler „Gemütlichkeit“ abgrenzt: HYPERSCHLENDERN.
 

Komm, geh Sardinen jagen du Wasserheiliger! Konkrete Fallbeispiele führen vielleicht etwas mehr Licht ins Dunkel. Besonders dann, wenn die Wahrscheinlichkeit deutlich jenseits der 99% liegt, dass man so etwas schon SELBST erlebt hat.

BEISPIEL A: PLATZINTENSIVE STÖRENFRIEDE

Wenn man auf die törichte Idee kommt, sich auf einem STADT-, VOLKS- oder SONSTWAS-Fest etwas zu ESSEN besorgen zu wollen, erfreut man sich (naiv, wie man ist) zunächst am breiten Spektrum der feilgebotenen Speisen. DUMM NUR, dass man dafür im Normalfall mindestens 10 – 15 Minuten in der Schlange stehen muss. Und als ob das nicht reichen würde, trifft man mit einem gerüttelten Maß an Pech auch auf die PLATZINTENSIVEN STÖRENFRIEDE. Dabei kann es sich um Personengruppen aller Altersklasse handeln, wichtig ist nur, was sie TUN. Sie stehen DERART NAHE an der Schlange der Flammkuchenbude, dass man davon ausgeht, sie würden EBENFALLS etwas zu essen haben wollen. NEIN. Das trübsinnige Gesindel steht einfach NUR UNTERWÄLTIGEND ÜBERFLÜSSIG in der Gegend rum und ist „gesellig“. Soll heißen: SIE warten 30 Minuten in der Schlange, während alle anderen schon bedient werden. Manchmal kommen dann auch nach einiger Zeit Mut-machende Worte wie „Oh SORRY, ich MERKTE ECHT GGGAAAANICH, dass Sie ANSTEHEN.“ In 90% der Fälle wird aber einfach strunzstupide aus der Wäsche gegafft. Aber hey, DAS HALTEN SIE AUS! Sie sind schließlich hier, um GESELLIG zu sein! Was uns leider schon zu Fallbeispiel B führt, dem

BEISPIEL B: DER PROFIBLOCKER

Jede Festivität und jeder Rummel ab mittlerer Größe kennt dieses Phänomen. Oft, aber nicht immer, fällt ein einleitender Satz, der einem sogleich zu verstehen gibt, dass man AB JETZT mindestens 15 Minuten in einer Menschenmasse stehen muss, weil es EINER EINZIGEN PERSON komplett egal ist, ob sie den Weg versperrt. In einem Engpass zwischen zwei Schaustellerbuden erschallt der Ruf, der einem das KNOCHENMARK ZU FROST VERWANDELT. „MENSCH MARIANNE, DU HIER?!“ Wenn die zwei Damen (oft oberhalb von 200 Pfund) dann die Öse für die Menschenmasse HOCHPROFESSIONELL verstopft haben, geht das Geschnatter los. Die Menge MUSS sich also, bevor sie weitergehen kann, DEFINITIV anhören, dass ENKEL RÜDIGER jetzt IRGENDEINEN SCHEISS in IRGENDEINER STADT studiert, dass sich TANTE HERTHA nun DOCH für die Scheidung entschlossen hat und dass MARIANNES MANN ja SO OFT nach dem Gottesdienst ZUM SAUFEN AN DEN SEE fährt. Ob Sie das interessiert ist den Teufelshexen in dem Moment auch total wurscht. Fakt bleibt: Sie müssen warten, der Gossip wird ausgetauscht. So einfach ist das. Viel Spaß – ich hoffe, Sie haben Zeit mitgebracht!

BEISPIEL C: KOMMUNIKATIONSLÜCKEN

Neben Klaustrophobie und Schweißgeruch geht es auf öffentlichen Spaßveranstaltungen selbstverständlich auch um Ernährung. Gehen wir davon aus, Sie haben es durch die SCHLANGE GESCHAFFT, und dürfen bestellen. Jetzt werden Sie mit einem in SECHSFACHER SCHALLGESCHWINIDIGKEIT arbeitenden Typ in einer weißen Kutte konfrontiert, dessen mangelhafter Augenkontakt Ihnen sofort signalisieren müsste, dass er Ihnen in etwa so aufmerksam zuhört wie SIE bei dem regen Austausch der Tratsch-Tanten im vorherigen Engpass. Sie finden glasklare Worte: „Ich kriege bitte einmal die HEISSE ROTE und ein KLEINES RADLER.“ Weiterhin geistig völlig abwesend knöpft der Halsabschneider Ihnen einen unverschämt hohen Betrag ab und händigt Ihnen „DAS ZETTELCHEN“ aus. Das Zettelchen ist deswegen BRANDGEFÄHRLICH, da es sehr unzureichende Informationen beinhaltet. Oft wird hier getrennt zwischen GETRÄNKEN und SPEISE, was im meist in folgenden Beschriftungen endet: „Fanta/Cola/Spezi“ und „Steak“. Also REIN GAR NICHTS von dem, was sie bestellt haben. Da die trüben Tassen hinter dem Tresen auch garantiert NICHT miteinander im Dialog stehen, werden Sie entweder GENAU DAS am Abholschalter entgegennehmen müssen, was auf dem ZETTELCHEN steht, oder etwas VÖLLIG anderes, das sich aus der Tagesform und der Willkür des Standbetreibers zusammensetzt. So wird aus „Heisse Rote mit kleinem Radler“ ganz schnell „Weiße Bratwurst mit Rotwein“. Bei mangelnder Fantasie bleibt es aber bei „Fanta mit Steak“. Toll. Da kann man AUCH GLEICH SELBST KOCHEN verdammt.


IN DER TAT. Aber damit sind wir noch nicht fertig. ABGERUNDET wird der Aufenthalt beim FEST erst durch die Klassiker, die KEINESFALLS auf einer innerstädtischen Veranstaltung fehlen dürfen:
AUSRUTSCHEN AUF EIS. KOTZENDE KINDER. „VERSEHENTLICH“ MIT BIER BESPRÜHT WERDEN.

Erst DANN herrscht GEMÜTLICHKEIT, Ihr Realitätsverdreher! Wenn das Generalniveau der Veranstaltung etwa die Konsistenz des Bratfetts auf den Grillplatten der Stände erreicht, DANN ist das das finale Signal, jetzt die FLUCHT zu ergreifen. Aber man wäre ja kein GESELLIGER PLATZHIRSCH, wenn man jetzt den Schwanz einzieht, und davonläuft. Nein, man muss den EINBRUCH DER NACHT abwarten. Den BREAK EVEN POINT der anwesenden, gesellschaftlichen Zusammensetzung. Denn dann bricht langsam eine weitere Gruppe durch, die uns sogleich DAZU führt:

BEISPIEL D: DER ZORNLOVER

Auf zumeist eher ländlich gehaltenen Festivitäten steigt mit der vorangeschrittenen Uhrzeit und der Konzentration an angetrunkenem Fußvolk auch die CHANCE, dass sich folgende FURCHTERREGENDE Kombination herauskristallisiert: MANN UND FRAU laufen glücklich durch die Menschenmenge, als IHR Ex-Freund auf den Plan tritt und MAL RICHTIG SEINEN MANN STEHEN MUSS. Oh Gott verdammt, muss das jetzt wirklich sein? JA. Vom Geschubse über eine halbherzig motivierte Schlägerei kippt die Gesamtlaune der Veranstaltung in eine Richtung, die man vor wenigen Minuten noch nicht wahrhaben wollte.

DIE ARENA IST ERÖFFNET. An den darauffolgenden circa 85 Schlägereien, tränenreichen Beziehungsdramen sowie Polizeieinsätzen ist hinterher natürlich NIEMAND schuld, denn wie so oft waren es ja „DIE ANDEREN“, die sich danebenbenommen haben. Darum ist es ja eine Art stillschweigende Übereinkunft zwischen den Party-People und den Familienvätern mit Zuckerwatte. Sie arbeiten in SCHICHTEN. Spaß für Jung und Alt mittags, Chaos und Zerstörung abends. Hauptsache, man ist sich einig, nicht wahr?

Die einzigen Beteiligten, die sich an den Hinterlassenschaften beider Schichten zu bereichern wissen, sind diejenigen, die WIE SO OFT genau DAS produzieren, um was es hier so oft geht. Und wie könnte es sich dabei um etwas anderes handeln, als um

!!! TAUBENKOT !!! (Und da kriegt man auch, was man bestellt hat) 



P.S.: Wie Sie hier unschwer erkennen können, ist dieser Täuber dazu in der Lage, EHEGATTENSPLITTING und KINDERBETREUUNG gleichermaßen verantwortlich mit seiner EHEFRAU zu teilen. Währenddessen wartet er darauf, dass Sie auf Ihrem blöden Fest etwas fallen lassen, was er kurz darauf als Eigenkapital auf meinen Balkon schleppt. Wer ist jetzt der wahrlich kluge Eigenheimprofi?

[BILDUNG] Der Kontinentaldrift

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Mein ältester Sandkastenkumpel ist der einzige Sozialkontakt in meinem Leben, bei dem ich das Datum des Kennenlernens nicht genau zurückdatieren kann. Wenn ich jetzt sagen würde, wir waren bereits vor der deutschen Einheit befreundet, kann das rein theoretisch ein ziemlich präzises Bild davon zeichnen, wie lange diese BROMANCE bisher schon Bestand hat. Das gilt aber nicht für jeden, der diese Information aufnimmt.

„Ach so, diese DEUTSCHE EINHEIT, das ist doch DAMALS gewesen, also GANZ LANG HER, vielleicht so 1850? Also MINDESTENS 100 Jahre muss das her sein.“

Es ist deutsche Realität, dass der Besitzer des Mundes sowie Gehirns, aus dessen finsterem Schlund diese Gräueltat stammt, vermutlich mindestens die mittlere Reife besitzt. Jetzt werden manche Schreckhühner laut gackern und daran zweifeln, dass es PASSIEREN kann, dass man SO die SCHULE schafft. Das passiert aber nicht nur jedes Jahr zig-tausendfach aufs Neue, es wird sogar schlimmer. Der erwähnte Sandkastenkumpel geht auf die 30 zu, werkelt gerade an seiner Doktorarbeit und jongliert mit Elementen.


Lieber maritimer Säuger, DER war jetzt ABSOLUT NICHT KOMISCH. Nein, er ist kein Elementarzauberer, er agiert im Bereich der Chemie. Nun muss man natürlich (wie ÜBERALL) abstufen, und realistisch betrachten, wie die Hierarchien in sämtlichen Wissenschaften aussehen. Da steht er nicht unbedingt an der SPITZE der Nahrungskette, aber welcher Doktorand tut das schon (es SEI DENN sein Vater ist ein fetter, verwöhnter Sohn einer Wirtschaftsmogul-Sippe)? Trotzdem gab er vor einigen Monaten einen Satz von sich, der mir beinahe das Knochenmark morsch werden ließ:

Ein Amateur würde dieser Aussage nun wohl ein gerütteltes Maß an Arroganz unterstellen. Die tatsächliche Message dahinter ist allerdings weit weniger egozentrisch, dafür umso erschreckender: Er will damit sagen, dass es ihn bei dem Gedanken schüttelt, zur geisteigen Elite GEZÄHLT zu werden. Denn wenn bei ihm nach obenhin schon Schluss sein sollte, wie raffiniert sind dann alle anderen in 20 Jahren? Er hält sich also für NICHT tauglich für das Prädikat „geistig elitär“. Geht es aber mit der Bildung in Deutschland (und auch meistens überall anders) so weiter wie bisher, besteht aber die Möglichkeit, dass er in nicht all zu langer Zeit genau das sein wird, vor was er sich fürchtet. EINER DER HELLSTEN KÖPFE DIESES LANDES.


Zugegebenermaßen – der folgende Vergleich ist etwas übertrieben, kommt aber seiner Angst recht Nahe. Kann man auch ein KINDERGARTENKIND mit PLASTIKBAGGER und SCHAUFEL zu einem Architekten stilisieren, und in Abu Dhabi Wolkenkratzer bauen lassen? Was IM MOMENT wie ein groteskes Szenario böser Menschen anmutet, kann schon schneller zur bitteren Realität mutieren, als wir uns das vielleicht denken.

Woran das alles liegt, muss weder erforscht noch diskutiert werden. Und auch beschämtes Wegschauen wird an dieser Tatsache nichts ändern.

Die Schule ist längst kein Garant mehr für Bildung. Weder im Wissen, noch im Charakter.


Und das fängt auch schon zu Hause an. Die „Werte“, die die jungen Eltern des 21. Jahrhunderts sich selbst und ihrer Brut aufhalsen, sind in etwa so sinnvoll gewinnbringend wie ein VOLLBAD IN NAPALM.

„So mein Schatz. Du wirst jetzt von oben bis unten mit Spielsachen und Elektronik vollgepumpt, die zunächst deine FANTASIE UND KREATIVITÄT lahmlegen. Danach vernichten wir mit AUSGESUCHTER MARKENWARE dein Verständnis für den Wert einer Sache. Kurz darauf nehmen wir dir mit VIEL ZU VIEL TASCHENGELD jeglichen Bezug zu Leistung und Lohn. Dann rauben wir dir mit FÜNF ELITÄREN VEREINEN den Sinn für eigenständige Entscheidungen. Dann lehren wir dich professionell, wie man auf ANDERE KINDER HERABBLICKT, um weicheierhafte Ideen wie TEAMFÄHIGKEIT ZU SABOTIEREN. Aber jetzt bist du nur halb fertig! Darum BLÄUEN WIR DIE DIE WICHTIGKEIT DER OBERFLÄCHLICHKEIT ein und schenken dir massig Produkte, um dein Äußeres auch fit für die Gesellschaft zu machen. Wenn möglich, überraschen wir dich zu deinem 18. Geburtstag mit einem nagelneuen PKW mit einem total lustigen Heckscheibenaufkleber wie „ZICKENQUEEN“ oder „MUCKIBUDENMEISTER“. Währenddessen dressieren wir dich zu ELLENBOGENKARRIERISMUS und GEWINNMAXIMIERUNG. Und wenn wir dann endgültig mit dir fertig sind, freuen wir uns über deinen ganz individuellen Beitrag zu ARMUT, RASSISMUS, UMWELTZERSTÖRUNG, HALBWISSEN und am besten obendrauf noch das, was wir immer noch am allerbesten können: Dem LIEBEN GOTT dafür danken, dass wir so unsäglich scheisse sein dürfen, ohne jemals dafür bestraft zu werden.“

Wie manche Studien belegen, sind die Schüler der Gegenwart schon mit der Bedienung eines Fahrkartenautomaten so maßlos überfordert, dass sie eigentlich im Anschluss direkt in Therapie oder in eine Kur gehen müssen. Am besten 12 Wochen. Denn der fragile Verstand eines jungen, aufstrebenden Pflänzleins muss ja schließlich geschont werden, oder? Das KANN jetzt auch daran liegen, was man tagtäglich im privaten so wie öffentlich-rechtlichen Fernsehangebot der BRD bestaunen darf: Es erinnert entfernt an Kontinentaldrift. Oder an das, was das Universum seit 13,7 Milliarden Jahren mit seinen Galaxien anstellt. AUSEINANDERDRIFTEN. Als feige Sau, die sich vor den hohen Kosten eines digitalen Kabelanschlusses fürchtet, bin ich Besitzer einer DVB-T Antenne. Diese ermöglicht unserem Haushalt den Empfang von etwa 34 Sendern, die wir grob in 5 Kategorien aufteilen können:

Gruppe A – WAS  ZUR HÖLLE?

Darunter fallen QVC sowie ein halbes Dutzend digitaler Kanäle, die wir nicht empfangen können, aber sehr wohl als Testbild genießen dürfen.

Gruppe B – DANKE, DASS ES EUCH GIBT

Darunter fallen PHÖNIX, zdfINFO, 3Sat und arte

Gruppe C – WOLF IM SCHAFSPELZ

Darunter fallen beinahe alle dritten Programme sowie ARD und ZDF

Gruppe D – WOLF OHNE SCHAFSPELZ

Darunter fallen RTL, Pro7, Sat1, Kabel1, VOX und so weiter

Gruppe E - EINFACH SUPER

Hier tummelt sich lediglich Tele5, einem Meisterwerk an Humor und Selbstironie


Das wirklich brutale daran ist, dass es jeden Tag schlimmer wird. Vom gemeinen Pöbel unbemerkte Zensur des Weltgeschehens vermengt sich langsam und ekelhaft mit Scripted Reality und all dem Nebenhöhleninhalt, den sich die Redaktionen im nachmittäglichen Absinth-Rausch zusammenschustern. Wenn sich das Muster, das moderne Eltern ihren Kindern vorleben, mit dem TV-Konsum dieser Kurpfuscher und der „Bildung“ aus der Schule vermischt, entsteht eine furchtbare Seuche, deren Symptome man am besten daran erkennen kann, dass der laut „ch“ durch „sch“ ersetzt wird. Hier ein Anschauungsbeispiel:

„Alder, ISCH FICK DISCH NISCH, WENN DU MISCH NISCH RISCHDISCH ANTÖÖÖNST.“

Der gemeine Deutsche vollbrachte neben, was er am allerbesten kann, nämlich dem Herfallen über Nachbarstaaten, auch viele gewinnbringendere Dinge. Zum Beispiel den COMPUTER, DAS AUTO und den BUCHDRUCK zu erfinden (zumindest teilweise). Dann schmückten das noch die Tucholskys, die Kafkas, die Schillers und die Goethes ein bisschen mit allgemeininteressanten Stücken und Schriften. Als Nachtisch gab es dann noch ein paar Pickelhauben (zugegeben: Chronologisch nicht ganz korrekt). Aber ALL DAS wird es wohl in dieser Form NIE WIEDER GEBEN.

Denn die einzigen Lebensinhalte, die man heute mit auf den Weg bekommt, haben relativ wenig damit gemein, etwas zu erfinden, es zu verbessern, etwas zu entdecken oder zu erforschen. Es geht hauptsächlich um BAUSPARVERTRÄGE, GELÄNDE-FAMILIENFAHRZEUGE, DEN TRAUMPARTNER FINDEN, LIFESTYLE, „CHILLEN“, URLAUB, AMERIKANISCHE KINDERNAMEN, PROMIS, KITSCH und CASTINGSHOWS.

Und damit zurück zu meinem Sandkastenbro und seiner Angst: Ich fürchte, bei geistiger Elite wird es nicht bleiben. Vielleicht wird er auch Bundeskanzler. Dann würde er aber noch zu den GELEHRTEN unter der KANZLERN zählen. Vielleicht beschränken sich in 50 Jahren die Leistungskriterien für das Amt des Bundeskanzlers auch auf das professionelle, jedoch mindestens mit der Schulnote „befriedigend“ bewertete Aufsammeln VON – Ihr könnt es euch denken.

!!! TAUBENKOT NATÜRLICH !!! (Bis zu 30 Grad bildungsresistent!)